Herzensarbeit togge

«Es läuft nicht so, wie ich möchte!»

Wenn wir eine Auseinandersetzung haben mit unserem Partner, mit unseren Kindern, Freunden, Eltern, etc. dann deshalb, weil etwas nicht so läuft, wie wir es gerne hätten.

Ist etwas falsch, schlimm oder schlecht an einer Auseinandersetzung? Grundsätzlich nicht, denn wir sind verschieden, wir sehen die Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln, verknüpfen sie mit verschiedenen Erfahrungen, Gefühlen und inneren Bildern.

Das scheint oft unvereinbar zu sein. Wenn wir näher hinschauen, merken wir, dass wir gar nicht so weit weg voneinander sind, wie es vielleicht an der Oberfläche scheinen mag.

Denn tief innen wollen wir alle das Gleiche: Uns geliebt und verstanden fühlen.

Wenn wir uns Zeit nehmen, still zu werden und nach innen zu horchen, spüren wir, dass unser eigenes Herz und das Herz des Gegenübers nichts anderes will als sich zu öffnen und zu lieben. Wir nehmen auch wahr, dass unser Herz und das des Gegenübers verkrustet ist mit alten Geschichten, sich wiederholenden negativen Gedanken und angstvollen, verkrampften Gefühlen.

Safi Nidiaye hat es in einem ihrer inspirierten Bücher wunderschön ausgedrückt:

«Liebe fürchtet sich nicht vor Auseinandersetzung…. Auseinandersetzung, von Liebe geführt, sorgt dafür, dass das Unechte, Unwahre, vom Laserstrahl des Bewusstseins durchdrungen wird, um die Wunde, die sich hinter Wut, Hass, Groll oder Ärger verbirgt, zu reinigen.»

Wie können wir eine Auseinandersetzung in Liebe führen?

Das Wichtigste dabei: ICH SELBER darf mich in eine innere Haltung der Liebe begeben. Sobald ich Gleiches vom Gegenüber erwarte, fordere, einklage, bin ich bereits wieder aus der Liebe gefallen. Das macht nichts und wird immer wieder passieren, einfach deshalb, weil wir Menschen sind.

Ich erlebe die 4 Sätze nach Dr. Len als sehr hilfreich, um ein Verzeihen und Versöhnen mir selber oder andern gegenüber einzuleiten. Die Sätze sind so simpel und widerstreben dem Verstand so sehr, dass er sie sofort als «Blödsinn» oder doch zumindest «wirkungslos» abtun wird. Oder auch: «Warum sollte mir etwas Leid tun, was ich gar nicht falsch gemacht habe?»

Die 4 Sätze sind bekannt und es wurden wahre Wunder damit bewirkt. Es lohnt sich also, es selber zu versuchen!

Anleitung:

Nimm dir 10 Minuten ungestörte Zeit, setze oder lege dich bequem hin, ohne dabei einzuschlafen. Spür deinen Körper und deinen Atem und verweile mit deiner Aufmerksamkeit in deinem Brustbereich.
Ruf dir den Menschen ins Bewusstsein, mit dem du etwas klären möchtest. Sieh euch beide in einem schönen, hellen Raum oder in der Natur vor dir.
Höre dich selber (innerlich) zu diesem Menschen die folgenden 4 Sätze sagen:

Es tut mir leid
bitte verzeih mir
Ich liebe dich
Danke

Sprich von Herz zu Herz zu diesem Menschen, nicht von verstrickter Persönlichkeit zu verstrickter Persönlichkeit. Dieser Unterschied kann nicht genug betont werden. Es geht nicht darum, dass du um Verzeihung bittest, weil du dich schuldig fühlst. Es geht darum, in die universelle Liebe, in das universelle Verzeihen einzutauchen. Es geht darum, dass du dir den göttlichen Funken in dir und im Gegenüber in Erinnerung rufst. Streif für einen Moment die ganze Persönlichkeitsebene ab. Es gibt keine Vergangenheit mehr und keine Zukunft. Es gibt nur das JETZT.
Wiederhole die Sätze, lass sie innerlich wirken und sich in dir ausbreiten. Tauch ein in diese neue Stimmung, die dadurch in dir entsteht. Lass dich berühren und verwandeln.

Geh immer wieder in diese Übung. Dies kann auch während der Hausarbeit oder auf einem Spaziergang sein. Sie lässt sich mit allen Menschen durchführen – sei es die Chefin, ein Teamkollege, dein Bruder oder dein Partner.

Schau, was sich dadurch in dir verändert. Je stabiler die Veränderung in dir drin geschehen ist, desto eindeutiger wird sie von deinem Umfeld gespiegelt werden. Denn dein Umfeld bleibt nicht unberührt davon. Alle sind miteinander verbunden.

Probiers aus! Auch, wenn dein Verstand das komplett uncool und sinnlos findet. Bevor du dieser Übung nicht eine echte Chance gegeben hast, kannst du nicht wissen, welche Schätze in ihr verborgen sind.

Und nochmal, der Schlüssel ist der: Lass dabei die psychologische Welt mit ihren Mauern, Verkrustungen und Schuldzuweisungen hinter dir. Tauch ein in den leeren Raum der universellen Welt und lass die Macht der Worte auf dich wirken….
Lass dich eintauchen in einen tiefen Frieden mit dir selber und deinem Gegenüber. Nur für diesen einen Moment. Schau, wie er dich verändert.

Möge es gelingen!

Herzlich

Anne-Katrin

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