Um es vorweg zu nehmen: Wenn eine Affäre in einer Beziehung ans Tageslicht kommt, muss es nicht das Ende der Beziehung bedeuten.
In meiner langjährigen Erfahrung mit diesen Themen, beobachte ich bei Paaren eher Folgendes:
Wenn eine Affäre im Geheimen gelebt und schliesslich eingestanden wird, ist es wie das «Öffnen der Büchse der Pandora».
In der Nacharbeit nach dem Eklat wird oft deutlich, dass die Affäre etwas zum Ausdruck bringt, was in der Beziehung schon länger – oft auch jahrelang – nicht mehr gestimmt hat.
Es kann so sein – es muss aber nicht.
Wenn es in der Beziehung nicht mehr stimmt, können auch ganz andere Formen von «Fremdgehen» auftreten, ohne dass eine intime Beziehung zu einem andern Menschen involviert ist: Langes Wegbleiben bei der Arbeit, ausgedehnte Hobbies, viel Zeit mit Freunden verbringen, …. schlicht: Die Beziehung hat über längere Zeit eine geringe Priorität.
Wenn eine Affäre ans Licht kommt, muss das nicht das Ende einer Beziehung bedeuten.
Zunächst ist es wichtig, nicht in die vereinfachte Täter- und Opferzuweisung zu verfallen. Wenn diese Zuweisung zu einseitig ausfällt, nämlich: «Du bist fremd gegangen, du bist der Täter – ich wurde betrogen und bin das Opfer!», dann bedeutet das häufig das Ende der Beziehung und der notwendige Entwicklungsschritt kann nicht stattfinden.
Dieser Schritt wird verschoben auf die nächste Beziehung. Das ist nicht falsch, aber auch nicht unbedingt einfacher.
Wenn eine Affäre ans Licht kommt, ist das meist ein äusserst schmerzhafter Moment für ein Paar.
Für diejenige Person, die zur Affäre steht, liegt der Schmerz oft darin, unmissverständlich damit konfrontiert zu sein, dass sie ihr Gegenüber getäuscht und bewusst hinters Licht geführt hat. Es zerbröckelt etwas am sorgfältig gepflegten Selbstbild:
«Ich habe gelogen. Ich habe dich willentlich getäuscht. Ich sehe den enormen Schmerz, den ich dir zugefügt habe. Ich laufe nicht weg und stelle mich dem.»
Wer sich so aufrichtig, ohne Rechtfertigung, ohne Gegenangriff und ohne auszuweichen mit sich selbst und seiner Tat konfrontiert, beweist Würde und Selbsterkenntnis.Es ist der erste Schritt auf dem Weg zu einem neuen Miteinander.Bei der Person, die von der Affäre erfährt, liegt der Schmerz meist vor allem darin, dass sie betrogen wurde. Hinters Licht geführt von dem Menschen, der ihr am nächsten steht. Das wiegt oft schwerer als die eigentliche Tat des Fremdgehens.
«Wie soll ich meinem Gegenüber jemals wieder vertrauen? Ich selbst würde so etwas nie tun, auch wenn ich noch so viele Gelegenheiten dazu hätte…. Trotz dem grossen Schmerz: Ich bleibe da und schaue hin, was eigentlich zwischen uns schief gelaufen ist.».
- An welchen Punkten ist die Verbindung abgebrochen?
- Was hat gefehlt in der Beziehung?
- Was wurde (vielleicht über Jahre) vernachlässigt?
- Was genau wurde in der Affäre gesucht?
An dem Punkt erlebe ich häufig bei Paaren, wie sich die «Büchse der Pandora» öffnet. Das ist zwar unangenehm, aber not-wendig.
Es kommen ganze Themenfelder zum Vorschein, die schon lange nicht mehr – oder noch gar nie – klar verhandelt und besprochen wurden.
- Unterschiedliche Bedürfnisse in der Sexualität
- Klare Abmachungen, was Untreue für beide bedeutet und wo sie anfängt
- Umgang mit Geld
- Erziehung der Kinder
- Aufteilung im Haushalt
- Beruf
- Umgang mit Eltern/Schwiegereltern
Diese Felder offen und ehrlich zu bearbeiten braucht Zeit, Geduld und ein gesundes Mass an Selbstkonfrontation:
- Was will ich wirklich?
- Wo habe ich mich bisher nicht klar zu erkennen gegeben?
- Wo habe ich mich entwickelt und verändert und erkenne in mir heute ganz andere Bedürfnisse als früher?
Wenn die Affäre nicht das Ende der Beziehung bedeuten soll, dann muss jetzt etwas Wichtiges folgen:
Die Paarbeziehung bekommt erste Priorität!
Dazu ist eine ehrliche Selbsterforschung notwendig.
- Bin ich bereit, meine Frau/meinen Mann an die erste Stelle in meinem Leben zu setzen?
- Ist er/sie der wichtigste Menschen in meinem Leben?
- Bin ich bereit, mich selbst für diese Beziehung zu reflektieren und mich mit meinen eigenen Macken zu konfrontieren?
- Bin ich bereit, mein Gegenüber seine eigene Entwicklung machen zu lassen?
- Darf mein Mann/meine Frau auch ab und zu der/die «ganz andere» sein, die mir vielleicht fremd ist?
Beim Setzen der Priorität geht es nicht darum, dass ich nun meine Kinder, meine Freunde oder meinen Beruf vernachlässigen soll. Es geht darum, dass die Pflege und Aufmerksamkeit für die Beziehung im Zweifelsfall Priorität hat. Es geht darum, dass ich mich dazu bekenne, dass mein Mann/meine Frau der wichtigste Mensch ist in meinem Leben.
Wenn das beide bewusst und entschlossen tun, ist damit ein neuer Meilenstein gesetzt.
Gelingt es, hat die Affäre nicht das Ende der Beziehung eingeläutet, sondern den Anstoss für eine grundlegende Erneuerung gegeben. Voraussetzung dafür ist, dass die Affäre gänzlich beendet wird.
So schmerzhaft eine solche Erfahrung auch immer sein mag, wenn die Chance, die darin verborgen liegt, ergriffen wird, kann die Beziehung auf eine bewusstere Stufe gehoben werden.
Wird uns bewusst, wie viel uns der andere Menschen bedeutet, sind wir bereit, uns mehr um das Gedeihen der Beziehung zu kümmern.
Um das Gedeihen von Beziehungen in unserem Leben geht es auch im Modul 3 der Kursreihe «Kraftvoll Frau sein» vom 12.9.26
Wie kann ich Nähe geniessen, ohne mich zu verlieren?
Wie kann ich meine Eigenständigkeit leben, ohne zu viel Distanz aufzubauen?
Da es in diesem Modul grundlegend um Beziehungen geht, kannst du dieses Mal von einem speziellen «Bring a friend Bonus» profitieren:
Bring deine Freundin, deine Schwester, deine Mutter oder deine Tochter (Mindestalter: 25) mit zum Workshop und ihr zahlt gemeinsam nur für eine Person.
(Dieser Bonus gilt nicht, wenn beide Frauen früher bereits teilgenommen haben).
Wage den Schritt und melde dich an!
Der Frühbucher-Rabatt dauert noch bis am 1.8.26
Wenn du unsicher bist: Lass uns sprechen. Buche dir hier ein kostenfreies Telefongespräch mit mir, damit du in aller Ruhe spüren kannst, ob das etwas für dich ist.
In den beiden letzten Modulen hat sich einmal mehr gezeigt, wie schnell es möglich ist, einen tragenden Boden zu schaffen unter Frauen, die sich vorher noch nie gesehen hatten. Mit Staunen durfte ich miterleben, wie viel Selbsterkenntnis, Offenheit und gegenseitige Unterstützung an einem einzigen Tag entstehen konnten.
Jedes Modul steht für sich selbst und ist einzeln buchbar. Jede Frau ist von Herzen willkommen in dem Kreis. Ganz egal, ob du schon einmal da warst, oder ob du neu dazukommst. Du wirst nicht „die Neue“ sein, du gehörst von Anfang an dazu und wirst herzlich aufgenommen.
Auch wenn es vielleicht ein wenig Mut braucht, das gehört dazu und zahlt sich aus. Es ist jetzt die Zeit, wo wir Frauen ein ganz neues Miteinander erleben dürfen. Das kommt uns zugute, unseren Kindern, und nicht zuletzt auch den Beziehungen zu unseren Männern.
Hier ein Überblick über die restlichen 2 Module der Kursreihe «Kraftvoll Frau-Sein»
Nähe gestalten 12.9.26 Early Bird bis am 1.8.
Von Enge und Distanz zu freier Verbundenheit: Beziehungen bewusst leben.
Raus aus dem Sorgenkarussell 14.11.26
Von Grübeln zu Gelassenheit: Klarheit, Ruhe und Freude finden.
Vielleicht ist die Gruppe für dich die grösste Hürde. Dennoch: In einer kleinen Gruppe von Frauen im geschützten und sorgfältig geführten Rahmen sind andere Erfahrungen möglich als im Einzel-oder Paarsetting.
Ich ermutige dich von Herzen, diesen Schritt zu wagen!
Mehr Infos zur Kursreihe „Kraftvoll Frau-Sein“ findest du hier:
Anne-Katrin
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Erfahrungsberichte aus dem Modul 2 der Kursreihe
„Kraftvoll Frau-Sein“
Susanne
SarahMehr Erfahrungsberichte findest du auf der Plattform ProvenExpert

