Hand aufs Herz: Wenn du das Wort «Abgrenzung» hörst, denkst du da sofort an Liebe? Grenzen setzen hat nichts mit Liebe zu tun, oder?
Viele Menschen – vor allem Frauen – haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie sich abgrenzen. Wenn wir ein klares «Nein» aussprechen in der Partnerschaft, stellen wir manchmal im gleichen Atemzug die Liebe in Frage.
Wenn wir Grenzen setzen, kann auch die Angst auftauchen, dass wir deswegen nun verlassen werden. Also halten wir das Nein zurück.
Die Sehnsucht nach Entgrenzung
Wenn ich liebe will ich mich öffnen, mich hingeben, ich will mich im wahrsten Sinn des Wortes «entgrenzen».Im Zustand der Verliebtheit erleben wir manchmal diese entgrenzten, traumhaft schönen Gefühle: «Ich liebe dich und das wird für immer so bleiben». «Ich möchte ganz mit dir verschmelzen, fühle mich ganz eins mit dir». «Ich fühle mich mit dir unendlich wohl, geliebt, geborgen und gesehen».
In der Verliebtheit gibt es Momente, wo wir uns im entgrenzten Ur-Zustand erleben. Er erinnert uns an die Ur-Geborgenheit im Mutterleib oder an die Ur-Liebe in unserer himmlischen Heimat, von der wir kommen und in die wir zurückkehren werden.
Früher als uns lieb ist, tauchen in uns selbst und in unserem Gegenüber jedoch wieder alte, allzu menschliche Schatten auf. Es sind verletzte Anteile aus unserer Kindheit, aus früheren Beziehungen und aus andern schmerzlichen Lebenserfahrungen.
Sobald diese verletzten Anteile nach der Verliebtheit wieder an die Oberfläche treten, wird eine gesunde Abgrenzung wichtig.
Ich meiner Praxis höre ich oft: «Ich kann mich nicht wieder öffnen, ich habe Angst vor erneuter Verletzung durch mein Gegenüber».
Das ist verständlich und hat seine Berechtigung.
Dennoch hat es einen Haken: Wenn wir das sagen, haben wir die Mauern bereits hoch aufgebaut. Wir haben unsere Grenzen gezogen – eisern und mit Stacheldraht. Das allein erzeugt fortwährende, weitere Verletzungen in unserer Beziehung.
Wie gesunde Abgrenzung deine Beziehung stärkt
Meine eigenen Grenzen darf ich zuerst in mir selbst fühlen und anerkennen. Solange ich mit meinem eigenen Nein hadere – und das kann sehr subtil und kaum merklich sein – wird mein Gegenüber meine Grenzen nicht respektieren.
Es geht also zunächst darum, für sich selbst genau zu beobachten:
- Wie viel Freiraum brauche ich?
- Wo wird es mir zu eng?
- Wo und wann genau wird bei mir sexuell, emotional oder geistig eine Grenze überschritten?
- Gibt es in mir die Angst, wegen meiner Grenzen verlassen zu werden?
Sobald ich das klar wahrnehme, kommt der nächste, entscheidende Schritt, der allzu oft vernachlässigt und verdrängt wird:
- Ich sage meinem Partner klar, sanft und liebevoll, wo gerade meine Grenzen sind.
- Wenn ich Angst habe, deswegen verlassen zu werden, dann teile ich gleichzeitig auch diese Angst mit.
- Ich verzichte dabei auf Vorwürfe, harte Worte, unklare Formulierungen und Gegenangriffe.
- Ich mache mir und meinem Gegenüber bewusst, dass diese Grenze ein momentaner Zustand ist, der sich jederzeit verändern kann.
- Ich stehe sanft und klar zu meiner momentanen Grenze und lasse mich nicht zu etwas anderem überredet.
Warum gesunde Abgrenzung so wichtig ist
Ich habe selbst in meiner 30 jährigen Beziehung und Ehe schon wiederholt erfahren dürfen, dass sich genau dieses Vorgehen bewährt und sich dadurch etwas ganz Entscheidendes völlig unerwartet verändert:
- Ich spüre meine momentane Verfassung und Begrenzung.
- Ich stehe vor mir selbst dazu und verurteile mich nicht deswegen.
- Ich kommuniziere diese Grenze sanft, klar und ohne Vorwurf.
- Ich weiss für mich, dass ich zu dieser momentanen Grenze stehe und mich dahinein entspannen kann. Das gibt mir Sicherheit und Ruhe.
Was geschah danach?
Durch diese Sicherheit und Ruhe, die ich mir selbst durch gesunde Abgrenzung gegeben hatte, entstand in mir eine viel tiefere Entspannung als normal.
Dadurch konnte ich mich auf neue Art öffnen und hingeben. Ich konnte mich in erster Linie auf mich selbst verlassen. Ich hatte den Anteil IN MIR aktiviert, der mir jederzeit Schutz und Sicherheit gibt. Einfach dadurch, dass ich sanft und gleichzeitig in grosser Klarheit, MIR SELBST den Raum gewährte.
Natürlich braucht es in dem Moment ein Gegenüber das mich hört und respektiert.
Was ich aber aus den Jahren meiner Erfahrung betonen möchte:
Wir selbst können viel mehr dazu beitragen, von unserem Gegenüber gehört und respektiert zu werden, als wir gemeinhin annehmen.
Wenn ich mit mir selbst hadere, verteidige ich meine Grenzen in der Regel hart und vorwurfsvoll. Das erzeugt Gegenangriff oder Rückzug.
Wenn ich meine Grenzen für mich selbst nicht fühle und anerkenne (oder aus Angst vor Verlassenwerden verleugne), knicke ich schnell ein, lasse mich vom Partner überreden und errichte dafür im Nachhinein Mauern von Groll und Kälte.
Die Zeit und Mühe lohnt sich, sich selbst zu erforschen und die eigenen Grenzen, Sehnsüchte und Ängste – allem voran die Verlustangst – kennenzulernen und zu transformieren.
So nähern wir uns dem an, was uns zunächst so paradox erscheint:
Liebe kann sich erst durch das Setzen von gesunden Grenzen frei entfalten.
Je mehr es uns gelingt, momentane eigene Grenzen ernst zu nehmen, desto mehr können wir uns dem Erfahrungsraum einer entgrenzten Liebe hingeben.
In meiner Kursreihe «Kraftvoll Frau-Sein» erforschen wir in allen möglichen Themen und Facetten unsere eigenen Grenzen, Ängste und Sehnsüchte und öffnen uns so für einen stärkeren und erfüllteren Strom der Liebe.
Im Modul vom 14.11. geht es auch darum, mich in meiner Ganzheit anzunehmen. Dazu gehören meine Erfolge und mein Scheitern. Denn inneren Frieden, Weitsicht und Weisheit finde ich nur, wenn ich mein Scheitern, mein Versagen, meine Schattenseiten nicht ständig verdrängen und unterdrücken muss.
Melde dich an für Modul 4 am 14.11. 26.
Die Daten für den neuen Zyklus 2027 von «Kraftvoll Frau-Sein» stehen bereits. Wenn du den Zyklus als Ganzes buchst, profitierst du von einem grossen Rabatt. Du kannst den Zyklus mit jedem Modul – also auch mit Modul 4 – starten.
Wenn dich ein Thema anspricht, kann es sinnvoll sein, das bereits jetzt in der Agenda vorzumerken, damit du dir den Termin freihältst.
Modul 1 am 6.3.27: «Ich und meine Mutter: Bindung klären, frei werden – die Urkraft der Mutter»Modul 2 am 29.5.27: «Unabhängig von äusserer Bestätigung – die Kraft der Amazone/Kriegerin»
Modul 3 am 4.9.27: «Beziehungsfähigkeit und Sinnlichkeit – die Kraft der Liebenden»
Modul 4 am 14.11.26 und 27.11.27 : «Sorgenkarussell stoppen – die Kraft der Weitsicht und Weisheit»
Wenn du unsicher bist, ob du dich an einen Workshop anmelden sollst: Lass uns sprechen. Buche dir hier ein kostenfreies Telefongespräch mit mir, damit du in aller Ruhe spüren kannst, ob das etwas für dich ist.
Jedes Modul steht für sich selbst und ist einzeln buchbar. Jede Frau ist von Herzen willkommen in dem Kreis. Ganz egal, ob du schon einmal da warst, oder ob du neu dazukommst. Du wirst nicht „die Neue“ sein, du gehörst von Anfang an dazu und wirst herzlich aufgenommen.
Auch wenn es vielleicht ein wenig Mut braucht, das gehört dazu und zahlt sich aus. Es ist jetzt die Zeit, wo wir Frauen ein ganz neues Miteinander erleben dürfen. Das kommt uns zugute, unseren Kindern, und nicht zuletzt auch den Beziehungen zu unseren Männern.
Mein Vortrag zur folgenden Thematik ist für Gruppen, Frauenkreise, Vereine, buchbar. Dauer: 30 bis 60 Minuten. Mehr Infos dazu direkt bei mir.
Vortrag:
„Welche Kraft lebt gerade in dir?
Ein inspirierender Einblick in die 4 weiblichen Kräfte nach Toni Wolff – und warum in verschiedenen Lebensphasen oft ganz unterschiedliche Seiten in uns sichtbar werden.“
Mich interessiert deine Meinung! Antworte mir auf dieses Mail und teile mit mir deine Erfahrungen, deine Fragen, deine Ansichten zur besprochenen Thematik. Das würde mich freuen!
In Liebe
Anne-Katrin
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Erfahrungsbericht aus der Paartherapie
Sarah

