Manchmal höre ich in meiner Praxis den Satz: «Ich habe etwas ganz normal gesagt und mein Partner ist gleich ausgeflippt!»
Was liegt hier vor?
Wer hat denn hier jetzt recht oder unrecht?
Ich kenne das an mir selbst: Ich denke, ich sage etwas ruhig und korrekt und mein Mann reagiert unwirsch.
Wenn ich ihn darauf anspreche, sagt er: «Du sagst es anständig, aber das Gefühl stimmt nicht»
Genau da liegt manchmal der Grund, warum das Gegenüber nicht so reagiert, wie wir möchten.
Wir sagen etwas zwar ruhig und «korrekt», aber das Gefühl darunter ist distanziert, kalt, gleichgültig, abgetrennt. Wir bauen mit unserer Aussage eine Mauer, keine Brücke.
Mit andern Worten: Wir sind nicht in Kontakt mit unserem eigenen Gefühl und nicht in einem wirklichen Kontakt auf Augenhöhe mit unserem Gegenüber.
In einer andern Situation werden wir vielleicht laut und verletzend. Wir lassen unser Gefühl unkontrolliert am andern aus.
Überlege hier kurz. Zu welchem Muster neigst du eher:
- Zu lautstarkem Streit (Bewegung aufs Gegenüber zu, Kampf)
- Zum kühlen Rückzug (Bewegung vom Gegenüber weg, Flucht)
- Zu Schwäche und Ohnmacht (Erstarrung, Machtlosigkeit, «Tot stellen», «Ich bin das Opfer»)
Wichtig ist hier die Erkenntnis: Es ist ein SCHUTZMUSTER, das wir meistens bereits in der Kindheit gelernt haben – aus gutem Grund. Es ist eine emotionale «Überlebensstrategie».
Die Feststellung «Das bin einfach ich, so bin ich halt», gilt es auf jeden Fall zu entlarven.
Denn das sind erlernte Muster und Überlebensstrategien. Sie entsprechen nicht unserem wirklichen Potenzial als mitfühlender und liebesfähiger Mensch.
Im Streit mit dem Gegenüber geht unser Gehirn auf Alarm-Modus. Unser Bewusstsein wechselt in den ältesten Teil unseres Gehirns, den auch die Reptilien zum Überleben brauchen. Darum wird es «Reptiliengehirn» genannt.
Dort gibt es nur Kampf, Flucht oder Erstarrung („tot stellen“) als Reaktion.
Wenn wir in diesen «Überlebensmodus» wechseln – und das kann wegen einer kleinen Aussage unseres Partners passieren – dann gibt es keine Kreativität mehr, keine neuen Ideen oder tragfähigen Lösungen.
Wie kann ich den Kreislauf von lautstark, eiskalt oder schwach und ohnmächtig durchbrechen?
Gehe dazu Schritt für Schritt durch folgende Punkte:
- Die Erkenntnis: Mein Gehirn ist gerade im Alarm-Modus. Ich bin im Moment stark eingeschränkt in meinen Reaktionen und nicht konstruktiv.
- Entscheide dich, innezuhalten um dich ganz dir selbst und deinem momentanen Zustand zuzuwenden.
- Nimm wahr, wie sich dein Körper anfühlt. Gibt es Spannungen im Körper? Enge? Schwere? Kraftlosigkeit?
- Wie fühlst du dich gerade? Ist da Wut? Frust? Trauer? Angst? Enttäuschung?
- Begegne deinen Gefühlen mit Verständnis und Mitgefühl. Lass sie da sein und nimm sie aufmerksam wahr. Spür dabei deinen Atem und deinen Körper. Mach dir bewusst: Diese Gefühle sind momentane Anteile von dir, das ist kein bleibender Zustand.
- Geh an die frische Luft und nimm die 5 Sinne wahr um dein Nervensystem zu beruhigen:
- Achte auf Geräusche
- Nimm Formen und Farben bewusst wahr
- Führe dir einen intensiven und wohlriechenden Duft zu
- Achte auf den Geschmack in deinem Mund
- Befühle mit deinen Händen einen kantigen Gegenstand
- Renne und bewege dich (bitte nicht Auto oder Motorrad fahren!)
- Fokussiere auf deinen Körper und deinen Atem
Sobald du merkst, dass du dich beruhigt hast und nicht mehr im Alarm-Modus bist kehrst du zurück und kannst das Gespräch mit deinem Partner/Partnerin wieder aufnehmen.
Es ist ratsam, dass ihr diese Strategien zum Durchbrechen eurer Streitmuster gemeinsam absprecht. Je früher ihr eure Alarmsignale erkennt, umso weniger tief geratet ihr in den Überlebensmodus und umso schneller wird es euch gelingen, den Kreislauf zu durchbrechen.
«Ich bemerke das Lautstarke, Eiskalte oder ‘ Opfer sein’ meistens vor allem bei meinem Partner und nicht bei mir selbst»
Genau. Die Muster sind beim Gegenüber einfacher zu beobachten als bei uns selbst. Wenn du das bemerkst bei deinem Gegenüber, kommst du wahrscheinlich recht schnell selbst auf Alarm.
Dann ist es wichtig zu unterbrechen und zu sagen: «Ich glaube, wir steuern auf einen Streit zu, ich brauche eine Pause». Sag, wie lange die Pause sein soll und komme zum vereinbarten Zeitpunkt zurück.
Bleib bei dir und bei deinen Gefühlen. Mach keine Unterstellungen oder Vorwürfe!
Die folgende Vereinbarung ist wichtig zum Schutz von beiden:
Wenn jemand von euch wach und aufmerksam genug ist und nach einer Pause verlangt, lasst einander immer sofort gehen! Auf keinen Fall nachlaufen, sich in den Weg stellen, das Gespräch in unbeirrter Art fortsetzen…. Denn das führt zur Eskalation.
Sobald wir unser Nervensystem beruhigen konnten, haben wir wieder Zugang zu unserem Vorderhirn. Im Neokortex ist unser Bewusstsein offen für neue Ideen, kreative Lösungen, andere Gedanken, neue Blickwinkel….
Im Workshop vom 12.9. wenden wir uns diesem Übergang zu zwischen Reptilienhirn und Neokortex.
Wie kann ich meine alten Schutzmuster erkennen und neue, konstruktive Sichtweisen entwickeln, die mich näher zur Erfüllung meiner Beziehungssehnsucht bringen?
Wir werden uns in einem kleinen, geschützten Kreis von Frauen diesen Themen nähern.
Melde dich an! Der Frühbucherrabatt gilt bis und mit 1.8.26
Da es in diesem Modul grundlegend um Beziehungen geht, kannst du nur an diesem einen Tag von einem speziellen «Bring a friend Bonus» profitieren:
Bring deine Freundin, deine Schwester, deine Mutter oder deine Tochter (Mindestalter: 25) mit zum Workshop und ihr zahlt gemeinsam nur für eine Person.
(Dieser Bonus gilt nicht, wenn beide Frauen früher bereits teilgenommen haben).
Wage den Schritt und melde dich an!
Wenn du unsicher bist: Lass uns sprechen. Buche dir hier ein kostenfreies Telefongespräch mit mir, damit du in aller Ruhe spüren kannst, ob das etwas für dich ist.
Jedes Modul steht für sich selbst und ist einzeln buchbar. Jede Frau ist von Herzen willkommen in dem Kreis. Ganz egal, ob du schon einmal da warst, oder ob du neu dazukommst. Du wirst nicht „die Neue“ sein, du gehörst von Anfang an dazu und wirst herzlich aufgenommen.
Auch wenn es vielleicht ein wenig Mut braucht, das gehört dazu und zahlt sich aus. Es ist jetzt die Zeit, wo wir Frauen ein ganz neues Miteinander erleben dürfen. Das kommt uns zugute, unseren Kindern, und nicht zuletzt auch den Beziehungen zu unseren Männern.
Hier ein Überblick über die restlichen 2 Module der Kursreihe «Kraftvoll Frau-Sein»
Nähe gestalten 12.9.26 Early Bird bis am 1.8.
Von Enge und Distanz zu freier Verbundenheit: Beziehungen bewusst leben.
Raus aus dem Sorgenkarussell 14.11.26
Von Grübeln zu Gelassenheit: Klarheit, Ruhe und Freude finden.
Mehr Infos zur Kursreihe „Kraftvoll Frau-Sein“ findest du hier:
https://herzensarbeit.ch/workshop/
Eine weitere Möglichkeit, dich diesen Themen ganz unverbindlich zu nähern ist folgende:
Am Dienstag, 1. September um 19 Uhr werde ich in der Praxisgemeinschaft in Oensingen (Dünnernstrasse 2) zum «Tag der offenen Tür» einen Kurzvortrag halten mit dem Titel:
Welche Kraft lebt gerade in dir?
Ein inspirierender Einblick in die 4 weiblichen Kräfte nach Toni Wolff – und warum in verschiedenen Lebensphasen oft ganz unterschiedliche Seiten in uns sichtbar werden.
Ich würde mich über deinen Besuch freuen! Der Eintritt ist frei.
In Liebe
Anne-Katrin
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Erfahrungsbericht aus der Einzelbegleitung
Mir hat die Herzensarbeit geholfen, mich selber besser wahrzunehmen und in Themen, die ich schon lange ungelöst in mir trug, ein Stück weiter zu kommen.
Es war für mich nicht so einfach, die Arbeit für mich alleine weiter zu führen. Jedoch war es sehr hilfreich mit der Anleitung von Anne-Katrin Schicht um Schicht tiefer zu kommen. Durch das Fühlen dessen, was in mir war und mich so oft bestimmt hatte, konnte ich eine Entscheidung treffen, mit der ich alleine nicht weiter kam. Und Gefühle fühlen und lösen, die noch mit alten Beziehungen zusammen hingen.
Danke vielmal für die herzvolle Begleitung! S.B.
Mehr Erfahrungsberichte findest du auf der Plattform ProvenExpert

